Streaming ist etwas, das in der digitalen Welt nicht mehr wegzudenken ist. Mittlerweile nutzen nicht mehr nur Gamer diese Möglichkeit, sondern auch immer mehr Podcaster oder auch Personen, die einfach zur Unterhaltung, dem sogenannten Just Chatting, auf Streamingplattformen wechseln. Doch mit der Menge muss es auch immer professioneller werden, um hervorzustechen. Das setzt eine gewisse Technik und Ahnung voraus. Und hier setzt RodeX mit seinem Streamer X an. Dieses Streaming Gerät kombiniert eine Video Capture Card, ein Audio Interface und eine Oberfläche mit belegbaren Tasten. Somit bekommt man in diesem kompakten Gerät alles, was für schöne und gute Streams notwendig ist.
Für den Test wurde mir ein solches Gerät zur Verfügung gestellt, sodass ich die Möglichkeit hatte, in den Genuss zu kommen, es zu testen. Mit dem Streamer X sind Videoaufnahmen bis zu 4K mit 30 Bildern pro Sekunde möglich. Dank dem High Gain Revolution Preamp und dem APHEX Audio Processing ist die Klangaufnahme wundervoll. Für den Test habe ich mein Shure SM7B angeschlossen – bisher war dies mit einem anderen Audio Interface mit dem PC verbunden. Hier fällt als erstes auf, dass der Klang über das Streamer X lauter und klarer übernommen wird. Auch andere Geräte wie zum Beispiel Instrumente können angeschlossen werden, sodass diese auch direkt aufgenommen werden können.
Doch kommen wir zur Optik des Streamer X. Der erste Eindruck nach dem Auspacken ist positiv. Etwa doppelt so groß wie mein Pixel 7 Pro Smartphone ist es auch auf dem engsten Schreibtisch gut platziert und fügt sich hier perfekt ein. Ich hatte das Gefühl, dass es durch das leichte Gewicht etwas ins Rutschen gerät, trotz der guten Unterseite. Das ist jedoch schnell durch eine passende Schreibtischunterlage gelöst gewesen, sodass auch hier keine Probleme entstehen konnten. Schön finde ich, dass das Gerät leicht angewinkelt ist, sodass die Elemente zur Bedienung direkt auf mich gerichtet sind. Während eines Livestreams möchte ich die Tasten unkompliziert sehen und nutzen können, was hiermit gegeben ist. Die LED Beleuchtung ist angenehm, sodass hier sowohl bei Sonneneinfall als auch am Abend keine Schwierigkeiten auftraten.
Insgesamt wirkt die Oberfläche sehr strukturiert und aufgeräumt. Die linke Seite dient hier zur Bedienung meiner Eingangs- und Ausgangssignale. Über zwei Buttons kann ich das Mikrofon stummschalten bzw. den Videofeed ausschalten. Das macht die Bedienung unkompliziert und kompakt. Zwei Endlos Drehregler mit einer Druckfunktion helfen, den Mikrofonpegel und auch die Kopfhörerlautstärke zu regeln. Durch drücken des linken Drehreglers kann man durch verschiedene Eingangsquellen schalten: Mikrofon über XLR, Headset-Mikrofon, Wireless Empfänger für Funkmikrofone oder eben Umschalten auf den Instrumenteneingang.
Werfen wir einen Blick auf die rechte Hälfte des Streamer X, so finden sich hier vier Pads, welche über die UNIFY Software programmiert werden können. So ist es möglich, die Stimme zu pitchen oder auch sonstige Effekte drauf zu legen. Auch Sounds lassen sich wie bei einem Soundboard starten. Ausgeliefert wurde das Streamer X mit Soundeffekten wie zum Beispiel Klatschen, einer Hupe oder einem Grillen Sound. Als Stimmeffekte wurde ein Pitch-Up und ein Pitch-Down und einem Beep wie man ihn von der Zensur kennt ausgeliefert. Hier sind einige lustige Einstellungen möglich, die es ermöglichen, den Stream individueller zu gestalten. Die Software lässt sich unkompliziert installieren und nutzen.
Die diversen Anschlüsse befinden sich alle auf der Rückseite des Streamer X. Das macht das verlegen der Kabel wunderbar unkompliziert und einfach. Von anderen Geräten kenne ich es so, dass Kopfhörer- oder auch Mikrofonanschlüsse an der Vorderseite sind, was ich persönlich ungünstig finde. Allerdings denke ich, dass hier die eigenen Bedürfnisse je nach Nutzer anders sein dürften. Stromzufuhr geschieht über den dafür angedachten USB-C Anschluss mit Blitzsymbol und dem Netzteil oder alternativ über den USB-1-Anschluss am PC, sodass bei dem Start vom PC die Stromzufuhr aktiv wird.
Das spannendste am Streamer X ist aber definitiv die Möglichkeit für ein Video Capture. Bisher war es immer notwendig, mehrere Geräte zu nutzen – mit dem Streamer X ist es hinfällig. Hier ist es möglich zum Beispiel eine PlayStation anzuschließen, um das Videosignal abzufangen und am PC weiter zu nutzen. In meinem Test hat das mit der PlayStation 5 sehr gut und unkompliziert funktioniert, sodass ich das Videosignal in meinen Streams verwenden konnte.
Werfen wir einen Blick auf die offiziellen technischen Daten:
Technische Daten
1x HDMI Type A 2.0
1x HDMI Type A 2.0
4Kp60 HDR
1440p144 HDR
1080p240 HDR
Yes
4Kp30
1440p60
1080p120
1080p60 HDR
1x XLR Combo Jack (Mic/Instrument)
1x Wireless Receiver
1x Input HDMI
Audio Output Connectors
1x 3.5 TRRS Headset Jack (I/O)
1x ¼“ Headphone Jack
113dB
Microphone Inputs: 20Hz-20kHz
Headphone Output: 20Hz-20kHz
4KΩ
1MΩ
0-76dB
Yes
Yes
125mW per channel
2GB (SMART Pads)
Via USB: 5V @ 3A
Insgesamt verlief der Test komplett problemlos. Der Aufbau war unkompliziert und einfach, sodass ich die Signale gut am PC zusammenführen und einbinden konnte. Die Qualität war durchgehend gut und besonders aufgefallen ist mir, das das Audio Interface mein Mikrofonsignal besser verarbeitet hat, als mein eigenes Setting. Hier zeigt sich die echte Stärke – man könnte also sagen, es ist ein Audio Interface, ergänzt um eine CaptureCard und die belegbaren Tasten. Wer also bereit ist, die 346,- Euro zu zahlen, der bekommt hier ordentlich was für sein Geld. Und wer dem Preis zu hoch erscheint: Nicht vergessen, dass wir hier quasi drei Geräte in einem erhalten!










