Am 16. April 2019 war es endlich soweit – der nächste Teil der Anno Reihe erschien und begeisterte zahlreiche Spieler. Die alte Grundformel ergänzt um sinnvolle Punkte passend zum Jahrhundert. Damit hatte Anno uns alle erneut gefesselt und konnte mich für Stunden an den Rechner bannen. Mit Season 1 sollte dieses Prinzip fortgesetzt werden und auch Season 2 setzte darauf ebenfalls sehr gut auf und endete in dem grandiosen „Land der Löwen“ DLC. Ursprünglich hieß es, das mit Season 2 und dem Land der Löwen die Seasons für Anno 1800 enden sollte. Doch Ubisoft wusste uns alle zu überraschen und kündigte die Season 3 an. Eröffnet wird diese durch den ersten DLC „Speicherstadt“. Ich habe mir den DLC natürlich genauer angesehen und starte damit gleichzeitig meine Reise in die Season 3. Mit diesem ersten DLC nehme ich euch mit auf diese Reise.
Bereits der Name des DLC lässt erahnen, worauf sich der Beginn dieser Season fokussiert. Die Speicherstadt dreht sich komplett um diesen Monumentalbau und wird bereits mit der dritten Zivilisationsstufe „Handwerker“ freigeschaltet. Wer genügend Material zum Bau in seinen Lagern vorfindet, der kann das Hauptgebäude an der Küste platzieren und um die sechs unterschiedlichen Module ergänzen. Doch was bringen diese Module überhaupt? Vier der Module dienen als Platzsparende, wenn aber auch wesentlich teurere, Alternative für Anlegestelle, Depot, Reparaturkran und Hafenmeisterei. Ergänzt wird dies um zwei neue Gebäude:
Zum einen liefert Ubisoft als neues Gebäude den Verladekai. Dieser verringert die Ladezeiten von Frachtschiffen, was natürlich durch zu einem Zeitersparnis führt.
Außerdem erhält man das Exportbüro. Mit diesem sind neue Export oder auch Importverträge möglich. Dies bringt natürlich beim Warenmanagement weiter.
In Season 2 gab es ein ähnliches Prinzip mit dem DLC „Paläste der Macht“. Doch anders als damals, müssen die Module hier nicht aneinander gesetzt werden und verbunden sein. Das Hafengebiet kann frei als Baugrund genutzt werden – jedoch profitiert die Insel-Attraktivität, werden diese Module aneinander gebaut.
Doch lässt sich die Speicherstadt nicht direkt zu Beginn voll ausbauen – selbst wenn man die Baumaterialien dafür auf Lager hat. Hier bietet Anno die Möglichkeit, den Ausbauspiel-Faktor vollständig auszukosten und nötigt den Spieler dazu, alle Faktoren zu bedenken. Das muss nicht für jeden etwas sein, bereichert aber in meinen Augen die Welt in Anno 1800 ungemein. Benötigt man für den ersten Ausbau nur einen Export von 1000 Einheiten einer Ware, so sind es später wesentlich mehr. Damit wird der Exporthandel definitiv zu einer sehr wichtigen Sache und ermöglicht Schrittweise den Ausbau unserer Speicherstadt.
Sehr interessant ist der neue NPC Kapitän Morris. Dieser erscheint nach dem Bau des ersten Exportbüros und tauscht alle 20 Minuten pro Büro eine Exportware gegen eine Importware. Um welche es sich dabei handelt, bleibt einem selbst überlassen. Und hier muss man noch ein wenig weiter auf seine Produktionsketten schauen, denn das Tauschverhältnis richtet sich nach der Komplexität dessen Umfang. Ist eine Handelskette komplexer, ist sie automatisch wertvoller beim Export – oder eben teurer beim Import. Dies gilt es natürlich immer zu berücksichtigen.
Damit das volle Potenzial der Exportes zur Verfügung steht, ist es notwendig bestimmte Mengen an Rohstoffe zu importieren. Um zum Beispiel Kaffee zu importieren, müssen wir zuvor erst 900 Bananen und dann noch 1800 Stück Schokolade importieren. Erst im Anschluss ist es möglich, auch den Kaffee zu importieren. Das gestaltet die Speicherstadt komplexer und lässt einen durchaus manchmal tüfteln bis es zusammenpasst.
Die verschiedenen Verträge, welche einem angeboten werden, erfordern durchaus ein sinnvolles und durchdachtes wirtschaften. Wer ein günstiges Tauschverhalten erarbeiten möchte, muss das durch konstantes und vor allem verlässliches Handeln erhalten. Wer hier geschickt vorgeht, kann sogar ohne Eigenproduktion von ausgewählten Waren auskommen. Das macht den Speicherstadt DLC zu einem echten Hingucker, auch in meinen Endlospartien. Hier lässt sich einiges hin und her schieben an Waren, sodass ich mich immer wieder dabei erwischte, wie ich meine Exportverträge prüfte um noch mehr Vorteile rauszuholen.
Doch neben all diesen Vorteilen: Hat der DLC Speicherstadt auch Nachteile? Wie ich es auch in vorherigen Berichten zu Anno 1800 geschrieben habe, ist jegliche negative Kritik hier immer auf einem sehr hohen Niveau angegeben! Man darf durchaus davon ausgehen, dass diese Kritik nicht mal jedem Spieler auffallen wird. So könnte man Ubisoft vorwerfen, dass die Detailverliebtheit, welche in Season 2 zu tragen kam, zumindest in diesem DLC vermisst wird. Die verschiedenen Module sehen sich sehr ähnlich. Darüber hinaus richten sich die teuren Module und Hindernisse zum Freischalten eher an Anno Veteranen und an Spielrunden, welche schon länger bestehen. Der Einstieg ist zwar niedrig angesetzt, zieht sich aber durchs gesamte Spiel und erfordert ein bisschen Geduld.
Doch man darf bei Speicherstadt nicht den Fehler machen und den direkten Vergleich zu Land der Löwen suchen. Sowohl in der Inszenierung der Quests und der Erzählung ist Speicherstadt nicht so grandios präsentiert. Allerdings eröffnet dies hier nur die Season 3 – bleibt abzuwarten, in welcher Qualität sich die kommenden DLC präsentieren.
Insgesamt liefert Ubisoft mit dem neuen DLC Speicherstadt gewohnte Qualität in einer normalen Qualität. Mit einem Einzelpreis von 7 Euro ist das auch vollkommen in Ordnung. In bestehende Partien fügt sich die Speicherstadt sehr gut ein und bereichert das Spiel um eine äußerst interessante Komponente, zwingt sich dabei aber nicht auf. Schade ist, dass man sich größtenteils in einem Menü aufhält und die Speicherstadt darüber hinaus eher etwas fürs Auge bietet – wenngleich hier Potenzial in den Details verschenkt wurde. Dennoch ist dieser DLC kein Muss für jeden Spieler. Es richtet sich eher an Spieler, die das absolute Maximum aus ihren Inseln herausholen möchten und sich tiefer in die Wirtschaft einarbeiten wollen. Für die einfachen „Schönbauer“ hat der DLC keine Notwendigkeit.
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