Final Fantasy ist eine Marke, die in den letzten Jahrzehnten eigentlich jeder Gamer mindestens einmal in einer Art in der Hand hatte. Sei es mit den alten Klassikern neu aufgesetzt für Steam, Mobile oder Switch, über Final Fantasy XIV als Online-Ableger oder indirekt in Kingdom Hearts. In der Gamingwelt ist die Schöpfung von Square Enix nicht mehr wegzudenken und hat viele von euch – und natürlich auch mich – über Jahre hinweg begleitet. Welches davon jetzt wirklich der ungeschlagene Klassiker sein wird, dass ist sehr umstritten und wird es wohl auch für immer bleiben. Für die einen ist es aber das PS1-Original Final Fantasy VII von 1997, welches der Reihe einen Durchbruch im Westen bescherte, ist vermutlich aber der bekannteste Ableger der gesamten Reihe. Und wenn er das nicht vorher war, ist er das seit diesem Jahr mit dem Remake mit absoluter Sicherheit. An dieser Stelle sei gesagt: Wer Final Fantasy VII noch nicht kennt, der könnte hier über den ein oder anderen Spoiler stolpern.
Der Titel lässt einen kompletten Remake vermuten, doch befindet sich doch nur ein Bruchteil des Ursprungs in dem neuen Spiel. Gerade einmal die Episode in Midgar – vom Angriff auf den Mako Reaktor 1 bis zur Flucht aus der Stadt – befindet sich in diesem Spiel. Und auch wenn Square Enix das zu jeder Zeit seit der Ankündigung betont hat – so wirklich angekommen ist das bei mir tatsächlich erst kurz vor dem eigentlichen Release.
Zu Beginn begeistert das Remake mit dem irgendwie bekannten und doch neuem Soundtrack. Hier wird direkt das Nostalgie-Gefühl geweckt und zieht Fans in den Bann. Generell spürt man das gesamte Spiel über den durchgehend guten und stets tollen Soundtrack. Zusätzlich kommt das Spiel mit einer schönen lokalisierten Sprachausgabe. Die Spreche leisten sowohl im deutschen als auch in anderen Sprachen wundervolle Arbeit, die das gesamte Spiel hindurch zu begeistern weiß. Was man jedoch nicht machen sollte: Untertitel in Deutsch mit englischer Sprache. Da alles aus dem japanischen Original übersetzt wurde und diese scheinbar Spielraum bei der Übersetzung zulässt, kommt es hierbei zu seltsamen Unterschieden. Aber das ist eher lustig, als ein echtes Problem.
Auch grafisch weiß Final Fantasy VII Remake den Großteil der Zeit absolut zu überzeugen! Nur in seltenen Momenten fällt auf, dass an manchen Stellen grafisch gespart wurde. Insgesamt wirkt die alles lebendiger. Schon im Intro zeigt sich Midgar von einer neuen, sehr lebendigen Seite. Die Straßen sind belebter und an jeder Ecke sind Leute unterwegs. Anders als im Original erkennt man das Leben der Leute. Auf der Platte oben herrscht das pure pulsierende Leben, während man im Spielverlauf in den Slums erkennen muss, dass es auch eine ganz andere Seite von Midgar gibt. Auch werden einem die Geschehnisse viel deutlicher vermittelt, nachdem man nach der Explosion im Mako-Reaktor-1 wieder auf der Straße ankommt. Die Bewohner stehen auf den Straßen zusammen und sprechen über das, was sie wenige Sekunden zuvor sehen konnten. Es herrscht allgemeine Fassungslosigkeit und Unverständnis. Was mich tatsächlich etwas mitnahm, waren zwei kleine Kinder in einer lädierten Seitengasse. Sie saßen dort zusammen und weinten, während sie immer wieder nach Mama und Papa riefen. Das sind Situationen, die in einem Spiel von 1997 schon komisch auf einen wirken können, aber in einem modernen grafisch hochwertigen Spiel durchaus bei dem ein oder anderen zu Bauchschmerzen führen könnten. Generell zieht Midgar immer wieder sehr tief in die Stadt und zeigt deutlich, wie ihre Bewohner denken oder reagieren.
Dieser Tiefgang ist es auch, was die Spiellänge von Final Fantasy VII Remake erklärt. Man erfährt wesentlich mehr über die Lebensverhältnisse und die Bewohner. So gibt es in den Slums zum Beispiel ein paar Nebenquests der Bürgerwehr, bei denen man die Slumbewohner kennenlernt. Diese leben davon, Schrott in den Außengebieten zu sammeln, doch werden diese immer wieder von fiesen Monstern besiedelt. Hilft man der Bürgerwehr im Rahmen der Quest nun, reden die Leute davon. Diese Art der Quests mögen hier und da wie einfache Fetchquests wirken, doch bringen diese sich in die lebendige Welt sinnvoll ein, sodass ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, das mein Spielerlebnis künstlich verlängert werden soll. Und das ein oder andere Mal wird man mit einer kleinen Nebengeschichte belohnt, wenn sich Tifa zum Beispiel mit Cloud trifft und die zwei tiefgründigere Gespräche führen. Wer das komplette Gefühl und die vollständige Geschichte von Final Fantasy VII Remake erfahren möchte, sollte nicht auf diese Quests verzichten!
Ebenfalls mehr Tiefe haben die Hauptprotagonisten und selbst jene, die im Original von 1997 noch eine Nebenrolle hatten. So gewinnen Jessie, Wedge und Biggs wesentlich mehr Zeit auf dem Screen und nehmen nicht nur Nebenrollen, sondern vollwertige Hauptrollen ein. Während einer Hauptquest lernt man dazu dann Jessies Eltern kennen und die Gründe, warum sie bei Avalanche ist, obwohl ihre Eltern für Shinra arbeiten und sogar in einer von Shinra angelegten Werkssiedlung wohnen.
Grundsätzlich zeigt das gesamte Spiel mehr und mehr die Beweggründe der Personen und versucht, ihr Handeln deutlicher darzulegen – oder auch zu hinterfragen. Während Avalanche im Original eher von sich überzeugt wirkt, so kommen im Remake Zweifel der Protagonisten auf. Jessie, welche die Bombe gebaut hat, hinterfragt ihre Berechnungen und ist sich unsicher, ob sie eventuell die Schuld trägt. Tifa hinterfragt die Methoden der Gruppe mehrfach und gerät darüber auch in Streit mit den anderen. Das sind kleine, aber sehr feine Details, die ich nicht mehr missen möchte.
Sehr gelungen ist auch die Umsetzung des Waffensystems, bei dem jede Waffe eine eigene Fähigkeit hat, welche gemeistert werden kann. Ist diese erstmal gemeistert, kann sie auch mit jeder weiteren Waffe eingesetzt werden. Auch kann jede Waffe zusätzlich mit passiven Eigenschaften wie einem stärkeren Angriff oder anderen Werten verstärkt werden, was das Spielerlebnis nochmal verändern kann. Und natürlich hat auch die bekannte Materia ihren Weg ins Spiel gefunden und verleiht magische Fähigkeiten. Und ähnlich wie im Original hat auch die Materia hier wieder ein eigenes Level und jeder Stein selbst entwickelt sich Stück für Stück.
Final Fantasy VII Remake konnte mich auf ganzer Linie begeistern und ist ein Meisterwerk eines Remakes und das ohne ein echtes 1:1 Remake zu sein.. Es bringt neue Geschichten und Tiefgang und bereichert altbekanntes damit. Alle Charaktere sind wundervoll umgesetzt und auch die Sprachausgabe ist super gemacht. Ein herzliches Dank an die Sprecher! Und auch wenn das Ende des Remakes einige Fragen offen lässt, bietet es viele Möglichkeiten auf das, was da kommen kann. Selbst die Option, dass der zweite Teil noch weiter vom Original abweicht wäre eine Möglichkeit. Wer Final Fantasy liebt, der bekommt mit dem Remake des siebten Teils ein absolut geniales Spiel!
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